Bezirksmeisterschaft weibliche D-Jugend
Fast
genau fünf Jahre trainieren wir zusammen. Und nach fünf Jahren sind wir die
Nummer 1 im Kreis. Heute sollte sich zeigen, ob es auch zur Nr. 1 im Bezirk
reichte. Morgens um 7:30 traf sich die weibliche D-Jgd. zur Fahrt nach Bassum,
wo wir uns neben dem Heimverein mit der SG Ost Himstedt / Bettrum, dem VfL
Hameln und dem SV Aue Liebenau messen wollten. Alle zehn Bothfelder Mädchen
waren gesund, mit von der Partie und auch Geburtstagskind Paula hatte ihren
Geburtstag für uns geopfert.
In
Bassum glänzte zunächst der VfL Hameln durch Abwesenheit. Das erste Spiel
musste getauscht werden, während wir die dritte Begegnung hatten. Das Spiel
zwischen dem Hildesheimer und dem Nienburger Meister plätscherte so dahin.
Beide Mannschaften erschienen schlagbar. Liebenau gewann mit 12:6 Toren - das
Ergebnis sollte für den folgenden Turnierverlauf noch einmal wichtig werden.
Wir hatten danach mit dem TSV Bassum kaum Schwierigkeiten. In einem unspektakulären
Spiel schlugen wir den Gastgeber mit 18:10. Schade, dass es im Kreis Diepholz
kein „passives Spiel” gibt, sonst wäre es noch wesentlich deutlicher
geworden. Auch dies sollte für den Turnierverlauf noch wichtig werden.
Nach
den Siegen im ersten Spiel waren Liebenau und Bothfeld dann Turnierfavoriten.
Wir kannten die beiden Auswahlspielerinnen Liebnaus auf RR und KM von der
Bezirkssichtung und hatten sie uns ganz genau angesehen. Darüber hinaus drohte
auch von der kleinen Linkshänderin auf Rechts Außen Gefahr und immer dann,
wenn Rückraum Mitte auflöste, wurde es ebenfalls knifflig. Allerdings gingen
wir wenig beeindruckt in das Spiel, schon bei der Bezirkssichtung hatten wir
beide Auswahlspielerinnen gut im Griff. Die Linkshänderin auf Rückraum Rechts
machte uns dann aber doch zu schaffen, obwohl sie fest im beobachteten
Verhaltensmuster blieb. Kurzer Antritt zur Wurfarmseite ohne vorbereitende Täuschung,
Wurf in die lange Ecke. Leonie wusste zwar um die Schokoladenseite der
Spielerin, wurde dann aber mehrfach von der Abwehr im Stich gelassen. Liebenau
machte sich die vielen, vielen Freiwürfe zu Nutze (passives Spiel kannte auch
das zweite Schierigespann nicht) und kam durch „ruhende Bälle” immer zur
Wurfchance, wenn Halb Links den Freiwurf abwartend im Abwehrverband festhing und
die Gegenspielerin Richtung Mitte rannte.
Mitte
der zweiten Halbzeit hatten wir Liebenau dann endlich im Sack, führten mit drei
Toren. Siegessicher wechselten wir bunt durch, verdaddelten eine Reihe Bälle
und verspielten den Vorsprung wieder. 15:15 endete das „Finale”, große Bestürzung
in Bothfelder Reihen. Ein Tor sei nicht gezählt worden, die bösen Schieris hätten
ohnehin für den Gegner gepfiffen und überhaupt. Für einen Moment sah es
danach aus, als wenn sich Bothfeld aufgäbe. Die Mannschaft sammelte sich dann
wenige Minuten später in Eigeninitiative in der Kabine, sprach sich aus und
stellte fest, dass wir ja eigentlich doch noch gewinnen wollten.
Nun
kam es auf das Torverhältnis an. Bothfeld lag mit +8 um zwei Treffer besser als
Liebenau mit + 6. Aue Liebenau spielte dann gegen Bassum, die von Bothfeld natürlich
laut unterstützt wurden. Für einige Minuten sah es sehr gut aus. Beide
Mannschaften erwühlten sich reihenweise Freiwürfe, ein Handballspiel kam nicht
zustande. Lange Angriffe, wenig Tore - es lief für Bothfeld. Irgendwann brach
Bassum dann ein, verlor mit 12 Toren. Bothfeld lag somit zehn Tore im
Hintertreffen.
Zehn
Tore gegen den Hildesheimer Meister rausschießen für ein Siebenmeterwerfen,
elf oder mehr für die Meisterschaft. Regel 7:11 der Internationalen
Handballregeln fand im Kreis Diepholz keine Anwendung. Wir mussten uns was
einfallen lassen, um in 2 x 12 ½ Minuten elf Tore plus zu machen, ohne dass uns
die Zeit davon lief. Viele Ballgewinne, kurze Angriffe Himstedts und möglichst
wenig Freiwürfe gegen uns. Wir entschieden uns für eine offene Manndeckung.
Nach drei Minuten stand es 4:0 für Bothfeld, wir waren auf bestem Weg zur
Bezirksmeisterschaft! Den Schiedsrichtern war das jedoch zu einfach. Jeder
Ballgewinn mit gleichzeitigem Hauch eines Körperkontakts galt nun als Foul. So
kamen wir nur zu einem 7:3 Halbzeitstand. Liebenau hatte allen Grund zur
Hoffnung, uns fehlten schließlich noch sieben Treffer Differenz.
In der Halbzeit forderte ich mehr Ballgewinne ganz ohne Körperkontakt. Diese Regelauslegung sollte hier nicht das Turnier entscheiden. Ich war mir sicher, dass die Mädchen das noch schaffen würden und gab ihnen das mit auf den Weg. Bothfeld ging in die zweite Halbzeit und setzte die Halbzeitbesprechung in Perfektion um. Wir deckten enger an der Gegenspielerin, die Gegerinnnen wussten schon gar nicht mehr, wohin mit dem Ball, waren völlig überfordert. In Windeseile fingen die Mädchen Ball um Ball ab, verwandelten die Gegenstöße sicher und kämpften sich an die elf Tore Differenz heran. Positionsspiel fand nicht mehr statt. Großer Jubel brach aus, als es dann endlich soweit war: Plus 11 Tore! Himstedt ergab sich nun seinem Schicksal, der Bohtfelder Express überrollte die Hildesheimer. 22:6 fegte Hannovers Meister über die SG Ost hinweg - BEZIRKSMEISTER!
Herzlichen Glückwunsch auch an dieser Stelle von der gesamten Handballabteilung! Wir sind stolz auf euch!